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IN EIGENER SACHE

Die von mir geschriebenen Texte, beruhen auf meine persönlichen Erfahrungen, Meinungen, Ansichten und dem Stand der mir vorliegenden Informationen. Daher können Sie vom Stand der Wissenschaft, Verbände, Politik und Fachkenntnissen abweichen.

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GCA LIGA – ZWIFT

Die Sache mit den virtuellen Rennen

Als kurze Einleitung muss, man vielleicht erst mal verstehen was überhaupt ist Zwift, dieses virtuelle Radfahren. Ursprünglich wurde Zwift dafür entwickelt, dass sogenanntes Training auf der Rolle mit dem eigenen Rad in den eigenen vier Wänden ansehnlicher zu gestalten.

Man muss sich das so vorstellen das man ja bis vor ein paar Jahren das Rad in der Wohnung, im Keller oder sonst wo auf der Rolle einspannte. Das Hinterrad lief somit auf einer Gummirolle oder Stahlrolle, die mit Gummi ummantelt war, welche wiederum ein Schwungrad antrieb und dies durch einen Magneten gebremst wurde. Über einen Regler konnte man die Entfernung vom Magnet zum Schwungrad einstellen und hatte somit mehr oder weniger Widerstand um sein Trainingsprogramm abspulen zu können. Dieses Training ist sehr intensiv und effektiv da man hier sein Programm ohne Störungen von Verkehr etc. Abspulen kann. Jedoch war es genauso monoton und man hatte das Gefühl die Zeit blieb regelrecht stehen. Man konnte hierbei entweder stumm die Wand und Uhr anstarren, nebenbei einen Film anschauen oder Musik hören, Buch lesen oder was auch immer man sich einfallen lassen hat, damit die Zeit schneller rumging.

Dann kam Zwift

Zwift muss man sich so vorstellen wie wir Spiele am PC oder der Konsole kennen. Am besten vielleicht Autorennen. Jedoch ist es nicht so das man da Knöpfchen drückt und vorwärtskommt, sondern dafür das Rad nutzen muss. In den Jahren ist die Technik natürlich in großen Schritten vorangeschritten und durch bezahlbare Leistungsmessung sind die Rollentrainer in der Lage die Kraft zu messen, welche beim Rein treten in die Pedale erzeugt wird. Und inzwischen haben die Rollentrainer auch einen Direktantrieb und man baut das Hinterrad aus dem Rad raus und baut das Rad in die Rolle ein, wie im folgenden Bild zu sehen.

Anhand der gemessenen Leistung und unter Angabe von Körpergewicht, Gefälle oder Steigung der Strecke wird dann die Geschwindigkeit ermittelt und man fährt durch eine virtuelle Landschaft. Das ganze sollte natürlich das Training kurzweiliger gestalten. Hinzu kommen dann noch Sprintwertung, die man fahren kann oder lässt sein Trainingsprogramm von Zwift steuern, um seine Einheiten abzuspulen. Dann gibt es noch die Möglichkeit an Veranstaltungen, also gemeinsame Trainingsausfahrten oder eben Rennen teilzunehmen.

Die GCA-Liga

Und die GCA-Liga ist eine vom Verband Bund Deutscher Radfahrer ins Leben gerufene Rennserie auf Zwift. Diese beinhaltete 5 Rennen von Ende Januar bis Ende Februar, in welcher man virtuell von seinen eigenen 4 Wänden aus gegen andere Konkurrenten fahren kann. Zuvor bin ich auch ein Rennen auf Zwift gefahren und fand das echt lustig. Kannte ich bis dahin Zwift nur als Tool für das Training.

Die Anfrage vom Stenger-Bike-Team

Man kennt sich halt aus der Szene und den Rennen in der realen Welt und so wurde ich von Constantin Kolb gefragt, ob ich Lust habe die GCA-Liga mit seinen Jungs mitfahren zu wollen. Das gab mir dann den letzten Schubs teilzunehmen. Danke Jungs! Und somit war ich dann virtuell im Team von Constanin, Sascha, Niclas, Tobi, Felix, Uwe und Patrick in toller Gesellschaft und war auch echt motiviert einigermaßen passable Leistung abzuliefern.

Meine Erfahrung

Die 5 Rennen der Serie haben alle mega Spaß gemacht! Dennoch ist es ein absolut anderes Rennen fahren als wir es von draußen kennen. Im Schnitt waren die Rennen auf eine Dauer von ca. 50min angesetzt. Das hat auch absolut ausgereicht. Da man hier an fast allen Kurven aber auch Anstiegen und Hügel immer wieder voll antreten und somit sehr viele Leistungsspitzen abrufen muss, die echt Körner gekostet haben. Auch das taktische Feeling ist ein komplett anderes. Man kann es kaum rollen lassen und die Gesetze des Windschattens sind auch irgendwie eigene und ein bisschen anders als draußen. Rücken- oder Seitenwind gibt es zum Beispiel gar nicht. Somit war es für mich eine komplette Umstellung und auch ein ganz neuer Reiz im Trainingsaufbau, bereits so früh im Jahr. Und ich muss sagen, wirklich 100 % fit bin ich nie in die Rennen. Ich habe das ganze als Bausteine für mein Training gesehen und somit Intervalltraining etwas anders zu gestalten und es ist natürlich wesentlich intensiver als jedes geplantes Training. Denn Rennfahrer wird und bleibt man nur, wenn man Rennen fährt. Auch wenn ich versucht habe das „Spiel“ immer besser zu verstehen, habe ich mich in den Platzierungen kaum verbessert. Mehr bin ich Weltmeister im Energie verschleudern geworden. *lol* Aber im Sinne des Trainings war das natürlich optimal und konnte über die Wochen der Rennen eine Zunahme der Leistung wahrnehmen. -> Ziel erfüllt.

Keine Option zu den Rennen draußen

Auch, wenn ich in Zukunft bestimmt weiter Rennen auf Zwift fahren werden. Es ist keine Option zu draußen. Es fehlt einfach das Flair der Zuschauer, die anderen Sportler um sich zu haben, vor und nach dem Rennen sich zu unterhalten oder einfach nur dem Wetter ausgesetzt zu sein statt dem Ventilator vor der Nase. Auch der Kick keine Defekte bekommen zu sollen und nicht zu stürzen, fehlt auf Zwift komplett. Und das ist das, was es auch ausmacht. In die Pedale treten kann jeder. Aber sein Material sicher über das Rennen zu bringen ist auch eine Herausforderung und hat nicht nur was mit Glück und Pech zu tun. Aber die Rennen auf Zwift sind eine tolle Ergänzung und wird sich mit Sicherheit neben dem Sport auf der Straße und im Gelände als weitere Sparte noch mehr etablieren.

Bildnachweis

Alle Bilder in diesem Beitrag sind von Privat.

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